Höhe- und Endpunkt einer Technologie:

 

In Frankreich wurde ebenfalls in strenggeheimer Mission in den 1930er Jahren, also nur kurz zuvor wie in Italien, eine der massivsten Verteidigungsanlagen dieser Zeit, die Maginot - Linie im Elsass, errichtet. Auch hier wurde zum Selben Zwecke wie zur Errichtung des Alpenwalls, der Einschränkung von Nazi - Deutschland, gebaut. Wie geheim diese Errichtungen jedoch wirklich waren, ist ungewiss, da die Arbeiten von heimischen Privatunternehmen gebaut wurden, die zur Zeit des ersten Weltkrieges noch zu Deutschland gehörten. Die Maginot - Linie im Elsass und der Alpenwall wurden sehr ähnlich erbaut was Bauweise, Versorgung und Ausstattung der Anlagen betrifft. Frankreich stattete seine Anlagen jedoch auf der Rückseite mit weniger starken Betondeckungen aus, um eine eventuelle Rückeroberung durch eigene Truppen zu erleichtern. Auch bei der Verteilung der Anlagen ist ein Unterschied erkennbar, so sind die italienischen Alpenwall - Anlagen weiter auseinander errichtet worden, da die Alpen einen geografisch - strategischen Vorteil gegenüber dem deutsch - französischen Flachland im Elsass bieten. Was die Kapazität der französischen Anlagen betrifft, so sind diese auch um das bis zu 10 - Fache größer angelegt und boten auch bis zu 500 Soldaten ein Minimum an Aufenthalt und Unterkunft und Essen und medizinischer Versorgung .

 

Die französische Propaganda war nach außen hin sehr übertrieben, was die Ausstattung dieser Anlagen im Elsass betrifft. So ließ man die Bevölkerung im Glauben, dass ganze Städte mit Straßen- und U- Bahnnetzen, Krankenhäusern, Munitionsfabriken, Geschäften, Landwirtschafts-, Handwerks- und Industriebetrieben, Flugzeughangars und auch Panzergaragen unterirdisch angelegt wurden. Die Franzosen glaubten somit unbesiegbar zu sein. Auch wenn Hitler im Wissen dieser Übertreibungen war, hatte er dennoch großen Respekt vor dieser Kampflinie im Elsass und entschloss sich im Mai 1940 für einen Angriff Frankreichs mittels Blitzkrieg über die Ardennen. Somit gelangten die deutschen Truppen ohne diese Maginot-Linie im Elsass anzutasten und ohne größere Verluste bis nach Paris. Natürlich kam es an anderen Teilen der Maginot-Linie, die von Italien bis nach Belgien ( Verbündeter Frankreichs ) verlief, dort jedoch sehr viel lockerer angelegt wurde, auch zu massiven Schusswechseln, Giftgaseinsätzen und Angriffen aus der Luft.

 

Die Bunkeranlagen des Südtiroler Alpenwalls mussten nie einem Angriff standhalten. Sie liefern aber ein imposantes Beispiel, dass Befestigungsanlagen auch nach dem Zweiten Weltkrieg in der strategischen Planung des Militärs eine große Rolle spielten. Die heutige Moderne überwiegt diesen Anlagen weitaus, da sie z.B. bei einem Atomkrieg keinen Schutz mehr bieten können. Auch Flugzeuge können die Barrieren einfach überwinden, da nur wenig für die Flugabwehr und einen Luftkrieg gerüstet wurde und die Kriegs- Strategen bei der Erbauung mehr auf die traditionelle Kriegsführung am Boden gesetzt hatten.

 

Nutzlos sind diese Anlagen aber noch lange nicht, denn immer noch verbreiten Bunker den Charme eines Kriegsschauplatzes und sind Sinnbild der militärischen Unterdrückung durch die Faschisten. Sie sollen uns auch als Mahnmal gegen nationalistische und imperialistische Regime dienen und uns im Falle eines Wideraufkommens unlängst vergangener nationalsozialistischer Stimmungen wachrütteln.

 

Eigentlich sind Bunker und Sperren somit als befestigte Schützengräben und nicht als Burgen zu verstehen.

 

Bunker zeugen aus einer sozial - politisch turbulenten Vergangenheit und sollen uns stets an die Zerbrechlichkeit des friedlichen Zusammenlebens der Menschen im allzu engen Europa und auf der ganzen weiten Welt erinnern.

 


Die Geschichte von Burgen zur Verteidigung, hat in Südtirol eine lange, lange Tradition


Nach der Besetzung Italiens durch das Nazionalsozialistische Deutschland , während der Befreiung Europas durch die Allierten , diente der Bunker Nr. 8 , wie auch viele andere Bunker der Tal Sperre Olang - Rasen Antholz , der Bevölkerung aus Olang und Umgebung als Luftschutz Bunker .


information:

 projekt: liebes.bunker | Bahnhofstraße (6 13) | I-39030 Olang ( South Tyrol )

 Kontakt / contatto / contact: projekt@liebesbunker.com